Portrait

Wahlen, seit 1974 ein Ortsteil der Gemeinde Losheim am See, im nördlichen Saarland, dem Hochwald gelegen. Die Entfernung zur französischen und luxemburgischen Grenze beträgt 30 km.
5 km südlich vom Kernort Losheim am See liegt Wahlen in einem Talkessel umrahmt von meist bewaldeten Bergkuppen.
Mit seinen rund 2100 Einwohnern und einer Fläche von 13,5 km² ist Wahlen, nach dem Kernort Losheim der zweitgrößte Ortsteil in der Gemeinde Losheim am See.
Aufgrund der Talkessellage ist der Ort stark ausgedehnt. Im Zentrum sind z. T. alte Bauernhäuser, Zeugen des ehemaligen Steinhauergewerbes, sehr gut erhalten.
Zahlreiche Wanderwege, sowie der Saarland Radweg, führen durch den Ort. Eine begrenzte Zahl von Ferienwohnungen steht zur Verfügung. In Wahlen ist mit einem Gemeindekindergarten und einer Grundschule ausgestattet. Der Ort ist stark vom Vereinleben geprägt. Rund 20 Vereine laden zum Mitmachen ein. Eine geräumige Sport- und Kuturhalle ist in der Ortsmitte vorhanden. Neben einer ausgeprägten Gastronomie stehen Geschäfte des täglichen Bedarfes zur Verfügung.

Höhepunkte im Ort sind:

Der Karneval mit zahlreichen Veranstaltungen und Umzug am Rosenmontag.
Die Wallfahrt an Pfingstmontag zur hl. Odilia im Großen Lückner.
Die viertägige Kirmes am 15. August oder dem darauf folgenden Sonntag.
Der Weihnachtsmarkt am 2. Sonntag im Dezember.


Die Kirche steht sprichwörtlich mitten im Ort auf einem Hügel. Sie wurde 1747 erbaut. Prunkstücke sind der barocke Altar und Kanzel. Der Taufstein aus dem Jahre 1630 erinnert an das im 30 jährigen Krieg zerstörte Urwahlen.



Geschichte

Weithin sichtbar ziehen die Mauern zu einer Kapelle auf der Hochfläche zwischen den Orten Rimlingen, Rissenthal, Wahlen und Losheim die Blicke auf sich.Inmitten von Feldern gelegen, weckt der einsame Standort die Frage nach Ihrer Geschichte.
Kurze Antwort: Hier stand bis zur Zerstörung im 30 jährigen Kriege der Ort Urwahlen.
Das heutige Wahlen verdankt seinen Ursprung dieser Siedlung.
Die Herkunft des Namens Urwahlen wird unterschiedlich gedeutet.
Aus dem Keltischen Or Wala = Bergdorf
Oder dem Lateinischen Vallum = Dorf am Wall
Zum Alter gibt es verschiedene Deutungen, da die Ortsbezeichnungen sich im Laufe der Jahrhunderte wechselten aber auch keine einheitliche Schreibweise vorhanden war.
646 n. Chr. und später wird oft der Name Walenheim erwähnt.
1147 n. Chr. kann mit Sicherheit urkundlich belegt werden. (Erzbischof Albero von Trier)



Urwahlen - Wahlen

Dass das heutige Wahlen seine Entstehung dem früheren Urwahlen verdankt, ist gewiß nichts Neues. Die Herkunft der Ortsbezeichnung Urwahlen unterliegt verschiedenen Deutungen.
Woher stammt eigentlich der Name Urwahlen?
Urwahlen ist sehr alten Ursprungs.
Darauf deuten die vielen gefundenen Gegenstände hin.
Will man nun der mannigfaltigen Ableitung des Wortes nachgehen, so muss damit schon im Jahre 646 n. Chr. angesetzt werden, wo Landrat von Briesen in den "Nachrichten von Merzig" dieses Datum in Zusammenhang mit dem Namen Walenheim erwähnt, woraus das spätere Urwahlen abgeleitet wurde. In geschichtlicher Parallele mit der Odilienkapelle im Lückner wären beide als ehemalige keltische Heiligtümer anzusehen. Somit wäre Urwahlen aus der keltischen Sprache Or Wala = Bergdorf entstanden.
In einer Urkunde 1147, von Erzbischof Albero von Trier kommt der Name Wala vor.
Es ist stark anzunehmen, dass Wala mit Urwahlen identisch ist.
Von Forschern wird der Name Wahlen aus dem lateinischen Wort Vallum = Wall hergeleitet. Demnach ist Wahlen das Dorf am Wall, da es vor dem Dreißigjährigen Krieg dort lag, wo sich römische Reste fanden.
Die furchtbare Kriegszerstörung unsere Gegend, im Abschnitt des schwedisch-französischen Krieges, aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1638-1648) lenkt den Blick auf die Urwahlener Kapelle und ihre Vergangenheit.
Eine geschichtlich bemerkenswerte Stätte zeigt die Kapelle an, den Ort des früheren Dorfes Urwahlen. Als Siedlung scheint es wegen seiner Höhenlage der keltisch-römischen Siedlungsperiode anzugehören, welche mittlere Höhen bevorzugte.
Wie aus der Überlieferung hervorgeht, soll auf der Höhe von Urwahlen in Zeiten der christlichen Missionierung das erste Zentrum des Gottesdienstes gewesen sein.
Urwahlen ist sicherlich eine alte Pfarrei gewesen, die später die Herren von Büschfeld und Hagen als Eigenkirche besaßen. Auch der alte Kirchenpatron, St. Markus, der über der Kapelle zu sehen ist, weist auf römisch-frühfränkische Zeit hin. Über den Umfang der alten Pfarrei gibt wohl die Tatsache Aufschluss, dass an Markustag die Pfarreien von Losheim, Nunkirchen und Brotdorf zum Feste zusammenkamen. Groß war der Pfarrort Urwahlen nie gewesen. Nach dem Feuerstättenbuch von 1563 zählt er 33 Feuerstätten und 23 Familien.
So hatte das Dorf auf luftiger Höhe so manches Geschick überlebt, als im Dreißigjährigen Krieg die Stunde seines Untergangs schlagen sollte. Der Kurfürst Lothar von Metternich (1599-1623), der eifrig auf die Verteidigung der Landesgrenzen bedacht war, hatte auch hier den so genannten Landgraben, der zugleich eine Zollstätte bildete, neu befestigen lassen, in Erwartung feindlicher Angriffe. Dieser Landgraben riegelt den Sattelpaß gegen das Haustadter Tal und Lothringen ab.
Im Spätsommer 1635 waren die schwedisch-französischen Truppen unter Kardinal La Valette nach Mainz vorgestoßen. Ihrem Unternehmen machte ein starker Winter ein rasches Ende: Der Rückzug wurde von kaiserlichen Truppen bedroht, was die fliehende Armee zwang, in die Hochwaldberge auszuweichen.
Damals war es, als Urwahlen und die ganze Region in Rauch und Flammen aufgingen.
Nach der Überlieferung soll sich die wackere Bevölkerung von Urwahlen am Landgraben dem Feind gestellt haben, dabei hätten alle Männer und Jungen den Heldentod erlitten. Die Steuerliste von 1638 meldet noch 2 Familien ohne Vieh und jegliche Ernte.
In der Wiederaufbauzeit von 1647 beginnend, sind in der Steuerliste 20 Familien, darunter nicht weniger als 6 Familien Schommer, aufgeführt.
Im Jahre 1677 hat sicher der Lichtmeßbrand seine Rauchwolken über das Dorf gelegt, als die Franzosen die Gegend von Saar bis Pfalz einäscherten um einen toten Verteidigungsgürtel zu schaffen.
So ist anzunehmen, dass aufgrund dieser Ereignisse die Bevölkerung Urwahlen verließ und sich im zum Teil sumpfigen Tal, dem heutigen Wahlen, um eine bereits vorhandene Schäferei des Barones von Zandt aus Münchweiler, ansiedelte.
1750 wurde dann auf einem Hügel direkt an den Ansiedlungen eine neue Kirche gebaut, welche 1927 und 1932 auf den heutigen Stand erweitert wurde.
1739 heißt es: von der Kirche in Urwahlen stehen nur noch Chor und Turm.
Im Jahre 1868 wurde die Kapelle neu aufgebaut, nachdem die Trümmer des alten Gotteshauses abgetragen waren.
So erinnern heute nur noch die Markuskapelle und der Taufstein aus dem Jahre 1630 an das alte Urwahlen.